Was brauche ich um Goldwaschen gehen zu können?

Grundsätzlich reicht eine einfache Goldwaschpfanne und eine Schaufel um loslegen zu können.

Man wird jedoch schnell merken das man so nicht sehr produktiv sein kann, da die Menge an Kies die sich so waschen lässt sehr beschränkt ist.

Die Regel ist ziemlich einfach: Je mehr goldhaltiges Material wir verarbeiten können desto mehr Gold werden wir gewinnen.

So gesehen wird man an einer Goldwaschrinne früher oder später nicht vorbeikommen.

Die Goldwaschrinne oder Goldwaschschleuse:

Eine Rinne soll uns das schwere Material zu dem natürlich das Gold aber auch andere Metalle wie Blei oder Eisen zählen vom restlichen Material (das sogenannte taube Material) trennen.

Je nach Region haben wir als Begleit Material noch mehr oder weniger Schwermineralien wie z.B. Hämatit oder Magnetit dabei, welcher oft als blacksand bezeichnet wird.

Es gibt grundsätzlich 2 verschiedene Fang-Systeme die wir Unterscheiden:

Das aktive und das passive System.

Als aktives System werden meist Gummimatten mit verschiedenen (hinterschnittenen) Riffeln bezeichnet, welche das Gold hinter den Riffeln ablagern und das taube Material weitergeben.

Je nach verwendeter Matte kommen diese Rinnen auch mit eher weniger Wasser gut zurecht und haben oft eine kleinere Konzentratmenge die man beim cleanout dann noch auswaschen muss.

Die Recovery (Fangsicherheit auf Gold bezogen) ist aber bei diesen Systemen eher tiefer wie bei einem passiven System. Gerade wenn man ungesiebtes Material verarbeitet und man grössere Steine über die Rinne lässt.

Als passives System werden Teppiche oder das Miners Moss bezeichnet welche meist durch ein Streckmetall und noch einen Riffelrahmen ergänzt werden.

Dabei ist der Teppich oder das Miners Moss der passive Teil in dem sich das Gold anreichert. Die Waben des Streckmetalls haben jedoch eine leicht hinterschnittene Form welche so ebenfalls einen aktiven Teil übernehmen in dem sie kleine Vortex Wirbel erzeugen und so den Ausstausch fördern. Also das Gold nach unten wandern lassen (Vertikal betrachtet) und das leichterer Material wie Kies/Sand und blacksand weitergeben.

Der Riffelrahmen mit seinen grossen hinterschnittenen Querriffeln übernimmt hier auch die Funktion das sich hinter ihnen die Schwermineralinen und das Gold anreichert/absetzt.

Man kann also sagen das es meist nie reine passive Systeme sind die wir brauchen, da ein aktiver Ausstausch für das Goldwaschen wichtig ist.

Arten und Grösse der Goldwaschrinne

Prospektionsrinne:

Sie ist die kleinste aller Rinnen mit einer Breite von ca.15-20 cm bei einer Länge von ca.60-80 cm. Es gibt Sie mit und ohne Trichter und Sie ist ideal wenn man auf längeren Touren unterwegs ist bei dennen das Gewicht eine entscheidende Rolle spielt. Sie ist so klein das man Sie in einem grösseren Rucksack leicht verstauen kann. Auch ist Sie die erste Wahl wenn man sehr kleine Bäche hat in dennen es für eine grössere Rinne zu wenig Wasser hätte.

Durch Ihre eher schmale Breite lässt sich aber weniger Material verarbeiten im Vergleich zu einer grosser Rinne.

Beispiel: Royal 30", Proline small

Mittlere Goldwaschrinne:

Die nächst grössere Rinne ist bereits meist 10 Zoll (25cm) breit und etwa 1 Meter lang. Diese Rinnen haben anstelle eines Trichters beim Einlass zwei kleine nach aussen gewölbte Flügel, welche etwas mehr Wasser auf die Rinne bringen. Erzeugen dadurch aber einen Auftrieb, so dass man die Rinne durch einen grossen Stein, welchen man quer über die Rinne legt, beschweren muss.

Diese Rinnen sind besonders geeignet für Stellen an dennen wir viel und schnellfliessendes Wasser haben.

Beispiele: Keene A51, Proline medium

Grosse Rinnen mit Trichter:

Sie sind im Fangbereich meist gleich ausgestattet wie die mittleren Rinnen, verfügen aber über einen Trichter welcher es vereinfacht genügend Wasser auf die Rinne zu kriegen. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, da es nicht immer sehr einfach ist seine Rinne sauber zum laufen zu kriegen. Ziel ist es ja auch die Rinne immer möglichst nah an seinem Loch zu setzen um kurze Laufwege zu haben.

Als Nachteil gibt es hier eigentlich nur das höhere Gewicht und die unhandlichen Packmasse (Länge bis zu 140 cm) zu nennen. Sie ist jedoch wohl die erste Wahl wenn man sich nur eine Rinne beschaffen will da sie die universellste Rinne ist.

Beispiele: Keene A52, Proline Large, Jobe 45"

Faltbare Rinnen:

In letzter Zeit wurden vermehrt auch faltbare Rinne auf den Markt gebracht. Hier steht klar die Transportierbarkeit im Vordergrund.

Es gibt kleinere Varianten wie die Royal 50" die sich extrem klein zusammenfalten lässt, jedoch auch nur über einen kleinen Trichter und eine eher minime Rinnenhöhe hat. Die grosse Royal 56" oder die Keene A52F sind schon eher vollwertige Rinnen haben jedoch ein schlechteres Packmass. Es ist hier nicht anders wie auch sonst üblich... Nichts hat nur Vor oder Nachteile.

Welche Rinne ist nun die richtige für mich?

Nun diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Man sollte sich überlegen wo man hin geht und was für einen wichtig ist.

Habe ich lange Laufwege oder kann ich mit dem Auto an das Gewässer fahren?

Ist mein Gewässer schnell oder langsamfliessend und der Wasserstand eher hoch oder tief?

Die Frage danach ob man lieber ein aktives oder passives System in seiner Rinne einsetzt ist auch eine Geschmackssache. Auch hier gibts wie schon erwähnt Vor und Nachteile. Ich persönlich bevorzuge ein passives System mit Miners Moss.

Weitere Ausrüstung:

Goldwaschpfanne:

Neben der Rinne brauchen wir natürlich auch geeignete Goldwaschpfannen. Zu einer Standartausrüstrung gehören meist eine 14"-16" Zoll (35-40cm) Pfanne mit der man Testpfannen und sein cleanout Konzentrat der Rinne auswäscht und eine kleinere 10" Zoll (25cm) Pfanne die fürs finish, also für die letzte Stufe beim auswaschen seines Konzentrats verwendet wird.

Hier ist die Auswahl riesig, es gibt Goldwaschpfannen in den unterschiedlichsten Grössen, Formen und Farben.

Es ist schwierig eine Empfehlung abzugeben, da auch hier Jeder seine eigenen persönlichen Vorlieben hat. Für den Anfänger würde ich aber eine Estwing 14", Proline 14" oder Ultra 14" empfehlen.

Die Farbe der Pfannen spielt insofern eine Rolle als das sie einen guten Kontrast zum Gold aufweisen müssen aber es auch für viele wichtig ist das man den blacksand ebenfalls gut sieht. Daher ist neben schwarz, welches den besten Kontrast zum Gold aufweist auch blau oder grün häufig anzutreffen, da man bei diesen Farben den schwarzen Sand besser sieht.

Siebe / Classifier:

Ein Sieb oder auch Classifier genannt gehört auch für viele zum Standard Equipment dazu. Je nach Region wird ein Mesh 2 (Maschenweite 12mm) oder ein Mesh 4 (Maschenweite 6 mm) eingesetzt um das Kies vor dem Auswaschen mit den Pfanne oder mit der Rinne vorzusieben. Dies macht vorallem dann Sinn wenn man nicht direkt aus seinem Loch auf die Rinne schaufeln kann und stattdessen zuerst Eimer befüllt die man anschliessend zu seiner Rinne trägt. So kann man schon viel taubes Material aussortieren und schleppt nicht unnötige Steine durch die Gegend.

Auch empfiehlt es sich vorzusieben wenn man mit einem aktiven System und wenig Wasser arbeitet. So bleiben einem keine grösseren Steine in der Rinne hängen und man kann das Setup der Rinne optimal einstellen.

Henderson Pumpe:

Für viele ist eine Henderson Pumpe unverzichtbar. Mit ihr kann man den Bedrock (das Grundgestein) zum Schluss noch sauber absaugen. Gerade hier findet man noch oft das grösste Gold und es wäre doch schade dies liegen zu lassen. Auch ist die Pumpe ideal um Vertiefungen oder Spalten (Goldfallen) in die man sonst nicht kommt auszusaugen. Neben der Schaufel eines der wichtigsten Werkzeuge!